Höchster Holzfertigbau Deutschlands – das "K8"

Das "K8" der KAMPA GmbH ist der erste neue Holzfertigbau in Deutschland, welcher nahe der Hochhausgrenze errichtet wurde. Durch die kleinen aber wichtigen Änderungen der LBO in Baden-Württemberg, sind seit Anfang 2015 gekapselte Holzbauweisen in F90-B zulässig und wurden umgesetzt – eine echte Neuigkeit im Brandschutz! Von dieser Änderung in der LBO haben wir bereits genauer in diesem Blog-Eintrag berichtet.
Das Gebäude im baden-württembergischen Aalen-Waldhausen ist 26,3m hoch, 38,75m lang und 12,5m breit. Die Oberkante des obersten Fußbodens liegt bei 21,6m und daher gilt Gebäudeklasse 5 (F90 nach DIN 4102). Auf einem betonierten Kellergeschoss wurden sieben Vollgeschosse in Holzbauweise errichtet – keine Stahlstützen, keine Betonkerne. Und der Aufzugsschacht und Treppenraum? Alles Holz – aber eben nichtbrennbar gekapselt (Gipsfaserplatten). Eine Spinkleranlage vielleicht? Nein, nicht erforderlich.
Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus Brettschichtholz und Brettsperrholz und ist so konzipiert, das um den eigentlich tragenden Kern – im Querschnitt – eine extra Schicht addiert wurde, welche sich aus dem Abbrandfaktor für das Holz errechnet. Die Schutzschicht darf verkohlen und schützt dazu den tragenden Kern. Dadurch sind zwar größere Querschnitte erforderlich, aber das Prinzip funktioniert.
Der Münchner Architekt Florian Nagler hat hier ganze Arbeit geleistet und bekommt wohl für die nächsten 10 bis 15 Jahre volle Auftragsbücher. Dieses Objekt wird die Messlatte für viele weitere Holzbauten und Holzfertigbauten in Baden-Württemberg und vermutlich irgendwann ganz Deutschland.
Quelle: Bauen+ Ausgabe Heft 2 März 2017, Seite 36

KAMPA-Fertighaeuser
Das K8 der KAMPA GmbH (Quelle: KAMPA GmbH)