Dezentrale Wohnraumlüftung und die ungeahnten Gefahren

Bestandsbauten werden aufgrund der steigenden Energiepreise stetig saniert. Dabei werden beispielsweise Fassaden gedämmt und neue Fenster und Türen eingebaut. Da diese Modernisierung durch den fehlenden Frischluftaustausch teilweise Schimmelbildung etc. mit sich bringt, werden in Bestandsbauten häufig dezentrale Lüftungssysteme eingebaut, um den Mindestluftwechsel zu gewährleisten.
Die Vereinigung der Brandschutzplaner e.V. (VdBP) betrachtet das Thema der dezentralen Wohnraumbelüftung allerdings aus Sicht des Brandschutzes und stellt generell die Frage: Sind dezentrale Wohnraumlüftungssysteme eine unterschätzte Gefahr?
Für das System ist lediglich ein Mauerdurchbruch sowie ein Stromanschluss notwendig und kann hierdurch in jedem Zimmer der Wahl angebracht werden.
Klingt einfach und effektiv. Doch unbeleuchtet blieb bis Dato der Fall eines Brandes.
Brennt es in Bereichen unter einer Wohnung mit dezentralen Lüftungssystemen, so kann der giftige Rauch ungehindert in die Wohnung einströmen. Dadurch muss im Anschluss durch die Feuerwehr geprüft werden, ob ein Raucheintritt erfolgte. Nachteilig ist außerdem, dass sich besagte Systeme in der Regel nicht innerhalb der Wohnung abschalten lassen, sondern meist durch einen Systemtechniker zentral im Gebäude abzuschalten sind. Sicherlich gibt es die Möglichkeit, zentral den Strom abzustellen. Bei Kleinbränden stellt sich diese Lösung allerdings als nicht praktikabel dar. Auch bei anderen Ereignissen, bei denen Bewohner durch Medien gewarnt werden, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten, kann die dezentrale Lüftungsanlage nicht durch den Bewohner selbst abgestellt werden.
Für die Zukunft ist demnach zu überdenken, wie solche Systeme und damit verbundene Probleme gelöst werden können.