Reaktive Brandschutzsysteme - Eine Erklärung

Reaktive Brandschutzsysteme kommen auf Stahlbauteilen zum Tragen, welche im Baubereich häufig eine Anwendung finden. Doch was ist das eigentlich?
Ein reaktives Brandschutzsystem reagiert, wie der Name schon sagt, und soll hierdurch Brandschutz leisten. Generell handelt es sich hierbei um Beschichtungen oder Anstriche, welche in erster Linie dem Korrosionsschutz und als "Haftanstrich" dienen. Darüber wird eine weitere Beschichtung aufgetragen, welche dem Bauteil einen gewissen Feuerwiderstand zuweist. Unterschieden wird hierbei zwischen sogenannten Intumeszenzbeschichtungen sowie den Sublimations- und Ablationsbeschichtungen.
Intumeszenzanstriche besitzen die Eigenschaft, ihr Volumen bei Hitzeeinwirkung um ein vielfaches zu vergrößern, d.h. sie erhöhen ihr Volumen indem sie aufschäumen. Diese Anstriche/Beschichtungen sind auch unter Dämmschichtbildnern bekannt und bewähren sich seit langem im Stahlbau.
Der Begriff Sublimation beschreibt die Eigenschaft eines Stoffes, von einem festen in einen flüssigen Zustand überzugehen. Dies geschieht auch, wenn Hitze auf die Sublimationsbeschichtungen auftrifft und sich diese unter Freisetzung von Gasen "aufbraucht".
Ablation hingegen ist die Abtragung von Material unter Hitzeeinwirkung. Man kann dies mit der Verdunstung von Schnee vergleichen, denn die Beschichtungen enthalten zusätzlich Kristalle, welche bei Einwirkung von Wärme verdampfen und damit sogar einer Brandentstehung vorbeugen.

Das Problem aller Brandschutzbeschichtungen ist allerdings das Nachlassen deren Wirkung, welche im Verlauf auch nicht überprüft werden kann. Derzeitig werden im Zuge der bauaufsichtlichen Zulassungsverfahren umfangreiche Brandversuche durchgeführt, welche ein Verhalten der Beschichtungen in Zukunft nur erahnen lässt. Dies ist und bleibt ein Manko, welches auch zukünftig wahrscheinlich nicht gelöst werden kann.